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Freelancer-Stundensatz berechnen statt schätzen

Ein Stundensatz entsteht aus drei Größen: dem Gewinn, den die Arbeit tragen soll, den Betriebskosten und der Zahl der Stunden, die sich tatsächlich verkaufen lassen. Der Rechner zeigt alle drei Richtungen.

Rechner

Freelancer-Stundensatz-Rechner

Welcher Stundensatz deckt Kosten und Zielgewinn?

Komma oder Punkt sind beide möglich. Die Rechnung läuft direkt im Browser, es werden keine Eingaben übertragen.

Ergebnis

71,82 €

Stundensatz netto für 65.000 € Zielgewinn bei 1.100 fakturierbaren Stunden

(65.000 + 14.000) ÷ 1.100 = 71,82 €

Tagessatz bei 8 Stunden
574,55 €
Jahresumsatz
79.000 €
Kostenanteil je Stunde
12,73 €
Brutto mit 19 Prozent
85,46 €

So arbeitet der Rechner

Von 2.000 theoretischen Jahresstunden bleiben nach Urlaub, Krankheit, Akquise, Angeboten, Buchhaltung und Weiterbildung meist 1.000 bis 1.300 fakturierbare Stunden. Diese Zahl entscheidet über den Satz stärker als jede Verhandlung.

Der Zielgewinn muss alles abdecken, was bei Angestellten der Arbeitgeber trägt: Krankenversicherung, Altersvorsorge, Rücklagen für Auftragslücken und Steuern. Ein Satz, der nur die laufenden Kosten deckt, funktioniert nur solange nichts dazwischenkommt.

Für Angebote lohnt es, den Satz nicht zu senken, sondern den Leistungsumfang anzupassen. Ein einmal reduzierter Stundensatz wird beim gleichen Kunden selten wieder angehoben und wirkt als Anker für Folgeprojekte.

Die wichtigsten Kennzahlen

Fakturierbare Stunden
Stunden, die ein Kunde bezahlt. Die empfindlichste Größe der gesamten Kalkulation.
Auslastungsquote
Fakturierbare Stunden im Verhältnis zur Arbeitszeit. Über 70 Prozent sind dauerhaft selten.
Betriebskostenquote
Kosten im Verhältnis zum Umsatz. Sie zeigt, wie viel vom Satz beim Gewinn ankommt.
Mindestsatz
Satz, bei dem Kosten und Existenzbedarf gerade gedeckt sind.
Steuerrücklage
Anteil des Gewinns für Einkommensteuer und Vorauszahlungen, häufig um 30 Prozent.

Formeln im Überblick

RechenwegFormel
StundensatzSatz = (Zielgewinn + Kosten) ÷ fakturierbare Stunden
TagessatzTagessatz = Stundensatz × Stunden pro Tag
GewinnGewinn = Satz × Stunden − Kosten
Fakturierbare StundenStunden = Stunden pro Woche × Arbeitswochen
AuslastungAuslastung = fakturierbare Stunden ÷ Arbeitsstunden × 100

Fälle aus dem Betrieb

Solo-Selbstständigkeit

65.000 Euro Zielgewinn und 14.000 Euro Kosten bei 1.100 Stunden ergeben einen Satz von 71,82 Euro netto.

Rückwärts prüfen

85 Euro Stundensatz bei 1.100 Stunden bringen 93.500 Euro Umsatz, nach Kosten bleiben 79.500 Euro vor Steuern.

Realistische Auslastung

30 fakturierbare Stunden in 44 Arbeitswochen ergeben 1.320 Stunden, also 75 Prozent Auslastung bezogen auf eine 40-Stunden-Woche.

Projektpreis statt Stundensatz

Bei klar umrissenen Ergebnissen ist ein Festpreis oft durchsetzbarer – die Kalkulationsbasis bleibt derselbe Stundensatz.

Häufige Fragen

Wie viele Stunden kann ich verkaufen?

In der Praxis 1.000 bis 1.300 im Jahr. Alles darüber setzt voraus, dass Akquise, Verwaltung und Weiterbildung kaum Zeit kosten.

Ist der Satz netto oder brutto?

Üblich ist netto zuzüglich Umsatzsteuer. Bei Privatkunden gehört der Bruttopreis ins Angebot.

Warum liegt mein Satz deutlich über dem Angestelltenstundenlohn?

Weil Urlaub, Krankheit, Vorsorge, Ausfallzeiten und Betriebskosten selbst getragen werden. Der Faktor drei zum Bruttostundenlohn ist ein realistischer Ausgangspunkt.

Sollten Kunden unterschiedliche Sätze erhalten?

Unterschiede besser über Leistungsumfang, Reaktionszeiten oder Volumenzusagen abbilden als über den Satz selbst.